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Burschenschaft Aldania Wien

Vor 85 Jahren:
24. April 1921

Der Blutsonntag in Bozen
Ein Trauertag für Tirol !

Am 24.4.1921 überfiel eine Gruppe von Faschisten (280 aus Italien sowie 120 Faschisten aus Bozen) einen Trachtenumzug des Südtiroler Gewerkschaftsbundes anläßlich der Eröffnung der Bozner Messe.

Trachtenumzug der Gewekschafter!

Trachtenumzug des Südtiroler Gewerkschaftsbundes

 

Die Aktion war von langer Hand geplant und den italienischen Behörden bekannt. Doch diese ergriffen keine Maßnahmen. Die Schlägertruppen waren alle entsprechend vorbereitet und ausgerüstet, sie waren mit Pistolen, Knüppeln und Handgranaten bewaffnet.

Beim Trachtenumzug schlugen sie mit Knüppeln wahllos auf Teilnehmer und Zuschauer ein, schossen mit Pistolen und warfen Handgranaten. Bei dem Versuch, zwei Kinder zu schützen, wurde Franz Innerhofer, Lehrer in Marling, von einem Faschisten erschossen. Etwa 50 Personen, ausnahmslos Südtiroler, wurden schwer verletzt.  

Italienische Faschistenhorden !

Der Bozner Blutsonntag: Italienische Faschistenhorden !

 

Erst nach dem Überfall schritt das Militär ein, schützte allerdings nicht die Überfallenen, sondern die Faschisten. Sie wurden zurück zum Bahnhof eskortiert, wo sie ungestört ihre Rückreise antreten konnten.

Die Südtiroler Bevölkerung war wie betäubt von dieser barbarischen Aktion. Zwar war man schon gewohnt, daß die faschistischen Schlägertruppen mit Gewalt deutsche Aufschriften von Geschäften herunterrissen, aber gezielte Überfälle auf Personen kamen selten vor.

Doch Mussolini drohte deutlich:

"Wenn die Deutschen dies- und jenseits des Brenners sich nicht fügen, dann werden ihnen die Faschisten den Gehorsam beibringen.

In Italien gibt es mehrere hunderttausend Faschisten, die bereit sind, Südtirol eher zu zerstören und zu verwüsten, als die Tricolore, die auf der Vetta d'Italia weht, einziehen zu lassen.

Wenn die Deutschen verprügelt und zerstampft werden müssen, um Vernunft anzunehmen, wohlan, wir sind bereit. Viele Italiener sind auf dieses Geschäft trainiert."

 

Die Gewerkschaft rief als Reaktion auf den Anschlag am Abend desselben Tages einen Generalstreik in Bozen aus. Doch das kümmerte den italienischen Faschisten Mussolini nicht. Er wurde sogar noch deutlicher:

" ... die Bombe von Bozen sei nur eine erste, feierliche Warnung gewesen, die Dolche und das Petroleum der Faschisten lägen für die Deutschen in Südtirol immer bereit."

Das war der Beginn der organisierten faschistischen Gewalt in Südtirol.

Vor 85 Jahren:
24. April 1921

Volksabstimmung in Nordtirol
Ein Freudentag für Tirol !

Am 24. April 1921 fand im Norden des geteilten Landes Tirol eine Volksabstimmung über einen Anschluß Tirols an das Deutsche Reich statt.

Dieser wurde ja von allen damaligen Bevölkerungs-schichten und von allen Parteien gewünscht. So sprach der Sozialdemokrat Karl Renner am 24.4.1919 in der deutschösterreichischen Nationalversammlung:

»Die deutsche Nation, deren integrierter Bestandteil wir Deutschösterreicher sind, zimmert sich heute in Not und Drang ein neues Haus«

Wir haben das Interesse, unsere künftige Stellung in der Gemeinschaft aller deutschen Stämme zu wahren und zu bekunden, daß die Gemeinschaft der Sprache, des Blutes und der Kultur stärker ist als der vorübergehende Zufallswellenschlag der Tages-ereignisse.«

Die Selbstbestimmung über das Schicksal des eigenen Landes wurde in Anlehnung an die 14 Punkte des USA - Präsidenten Wilson gefordert. Die betreffende Passage lautete:

Berichtigung der italienischen Grenzen
nach klar erkennbarem nationalem Besitzstand.

 

Tirol und damit Österreich reichte damals bis zum Gardasee:
Trient, Rafreit (italienisch Rovereto) waren österreichischen Städte. Der Süden Tirols war größtenteils italienisch und die Salurner Klause bildet die Volkstumsgrenze (auch heute noch). Nördlich lebten größtenteils deutsche Menschen.

Damit war klar, daß die Provinz Trient zu Italien kommen würde. Bei Anwendung des Selbstbestimmungsrechtes wäre der mittlere Teil Tirols, der heute Südtirol heißt, bei dem neu gebildeten Staat Deutsch-Österreich geblieben.

Auch (Nord)Tirol hatten die Sieger des Ersten Weltkrieges das Selbstbestimmungsrecht verweigert. Doch immer mehr Leute in unserem Land forderten den Anschluß an das Deutsche Reich.

Selbstabstimmung !

Die Abstimmung am 24.4.1921 brachte folgendes Ergebnis:
Gültige Stimmzettel: 147.107
Ja:  145.302
Nein:  1.805
Ja-Stimmen in %: 98,77 %

Doch was zählt des Volkes Wille, wenn die Kriegsgewinner ihn nicht zulassen? Frankreich, 3 Jahre nach Kriegsende noch immer haßerfüllt, widersetzte sich vehement, und die USA "vergaßen" ihre eigenen Versprechungen.

Sie stellten sich damals nicht auf die Seite von Demokratie, Menschenrechte und Anstand!

 

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