Am 30. Jänner 1945 versenkte ein sowjetisches U-Boot
das deutsche Flüchtlingsschiff "Wilhelm Gustloff".

Auf dem einstigen Ausflugsdampfer befanden sich 10.582 Menschen, meist Flüchtlinge, die von Ostpreußen aus in den Westen in Sicherheit gebracht werden sollten.

Es sind die letzten Tage im Jänner 1945, als die deutsche Ostfront zusammenbricht und die sowjetische Armee in mehreren gewaltigen Zangenbewegungen Ost- und Westpreußen, Danzig und Hinterpommern vom westlichen Teil des Deutschen Reiches abriegelt. In einem verzweifelten Überlebenskampf, bei Temperaturen um minus 20 Grad und riesigen Ängsten vor den Russen, ziehen Zehntausende Zivilisten - meist Frauen, Kinder und alte Leute Richtung Ostsee. Ihr Ziel war es, mit einem Schiff zu entkommen.

Die Wilhelm Gustloff ist für Tausende von Flüchtlingen die letzte Rettung. 60.000 Menschen sind schon im Hafen versammelt. Ein Sturm auf die freien Plätze beginnt, mehr als 10.000 Menschen finden auf dem Schiff Zuflucht.

Die Flüchtlinge wähnen sich sicher, doch die russische Aufklärung bemerkt die Evakuierung über See. Die russischen Aufkärungsflugzeuge sehen, wie Frauen und Kinder das Schiff betreten.

Um 21 Uhr feuert das russische U-Boot S-13 drei Torpedos ab. Alle drei Torpedos schlagen seitlich ein. Das Schiff sinkt binnen einer Stunde.

Der verantwortliche Kommandant der "S13", Alexander Marinesco, sagte nachher, er wußte zu diesem Zeitpunkt nichts über die Flüchtlinge, auf die er schoss.

9.343 Menschen starben, darunter mehr als 5.000 Kinder, bei dem größten Schiffsunglück der Seekriegsgeschichte.

 

Vom Untergang der "WILHELM GUSTLOFF" am 30. Jänner 1945 in der Ostsee, von heimatlosen, entwurzelten einfachen Menschen, zumeist Frauen, Kindern und Greisen, die aus Angst vor dem Ansturm der Kommunisten in den Westen flüchteten, hat die Welt bisher wenig Kenntnis genommen. Z.B. berichtet auch die Wiener Zeitung im Kalendarium vom 30.1. mit keinem Wort darüber.

Ein Denkmal für diese Tragödie gibt es bis heute nicht.

Keine Betroffenheit weit und breit !

 

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