Chronik

bis 1848     1849 bis 1918     1918 bis 1945     1945 bis 1965     1965 bis 1989     1990 bis 2000     2001 bis 2010     ab 2010    

Es gibt nur eine Sünde, die gegen die ganze Menschheit
mit all ihren Geschlechtern begangen werden kann,
und dies ist die Verfälschung der Geschichte!
Hebbel.

Das Schlimme sind nicht sosehr die leichten Lügen,
die wir Politiker aussprechen, als die bitteren Wahrheiten, die wir verschweigen!
Al Gore, Vizepräsident der USA.

In dieser Chronik werden aus Platzmangel nur einzelne Ereignisse aufgeführt. Sie ist damit als Ergänzung zu allgemeinen Chronikwerken, wie etwa dem hervorragenden "Kleindel: Österreich, Daten zur Geschichte und Kultur", zu sehen.


Zu vielen Daten gibt es genauere Ausführungen:
(Grü): Die Gründung der Burschenschaften
(Lex): Lexikon bedeutender Burschenschafter
(Rev1848): Die Revolution 1848
(Lied.De): Das Lied der Deutschen
(Badeni): 100 Jahre Sprachverordnungen von Badeni
(WKR): Wiener Korporations Ring
(Gesch): Burschenschafter in der Geschichte

3.9.1757: Herzog Carl von Sachsen-Weimar geboren. Er hatte stets ein warmes Herz für seine Jenaer Studenten und schützte die am 12.6.1815 in Jena gegründete Burschenschaft gegen die diplomatischen Angriffe Österreichs und Preußens. Siehe 20.9.1819

12.2.1768: Franz von Habsburg-Lothringen geboren. Sohn des deutschen Kaisers Leopold II. 1792 Deutscher Kaiser Franz II., legt die Kaiserwürde 1806 nieder. 1804 Österreichischer Kaiser Franz I.

April 1768: Maria Theresia schrieb an ihre Tochter Maria Caroline: "...sollst Du nie vergessen, daß Du eine geborene Deutsche bist, und Dir die Eigenschaften bewahren, die unsere Nation charakterisieren, nämlich Güte und Rechtlichkeit".

23.3.1776: Der Deutsche Kaiser Joseph II. (der Sohn Maria Theresias regierte in der Wiener Hofburg) rief seinen Obersthofmeister Graf Khevenhüller zu sich und befahl ihm, das "Theater an der Burg" in ein deutsches Nationaltheater umzuwandeln.

11.8.1778: Friedrich Ludwig Jahn geboren. Er war der Begründer des Turnwesens und übte durch seine 1811 verfaßte Schrift "Ordnung und Errichtung der Burschenschaften" und durch seine persönliche Verbindung mit einer Reihe der späteren Begründer der Jenaischen Burschenschaft, die gleich ihm dem Lützowschen Freikorps angehörten, maßgebenden Einfluß auf Entstehen und Entwicklung der frühen Burschenschaften aus.
(Lex und Grü)

26.4.1787: Ludwig Uhland geboren. Burschenschaft Germania Tübingen. Dichter, 1848 Abgeordneter der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt.

26.5.1789: Friedrich Schiller hält in Jena seine Antrittsvorlesung über das Thema "Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?" Sie wird von seinen Studenten mit Vivat Rufen gefeiert. Das Klima der klassischen Humanität, welches durch das Motto "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" ideal ausgedrückt wird, begünstigt auch die demokratischen Entwicklungen, die später in der Burschenschaft, die ja in Jena gegründet werden wird, fortgeführt wird.

30.9.1790: Der Österreichische Erzherzog Leopold, (Sohn der österreichischen Erzherzogin und Deutschen Kaiserin Maria Theresia), wird als Nachfolger seines Bruders Joseph II. in Frankfurt am Main als Leopold II. zum Deutschen Kaiser gewählt.

15.1.1791: Franz Grillparzer geboren. Redehalle der Deutschen Studenten in Prag. Seine Werke stellen den "Höhepunkt des deutschen Idealismus in Österreich" dar.

23.9.1791: Theodor Körner geboren. Landsmannschaft Thuringia Leipzig. Studium auf der Bergakademie in Freiburg. Dichter des Wiener Burgtheaters. 1813 Eintritt in das Lützower Freikorps, wo er durch seine mitreißenden Lieder den Freiheitskampf gegen Napoleon unterstützt. Gefallen am 26.8.1813. (Grü)

14.7.1792: Franz II. von Habsburg-Lothringen wird im Dom zu Frankfurt zum deutschen Kaiser gekrönt. Seine Residenz ist die Wiener Hofburg.

31.1.1797: Franz Schubert geboren. Mitglied im Wiener Burschenschaftlichen Kreis 1820.

12.2.1797: Joseph Haydns Kaiserhymne "Gott erhalte Franz den Kaiser, unsern guten Kaiser Franz" erklang an diesem Tage, dem Geburtstag des Kaisers, zum ersten Male im Deutschen Nationaltheater, heute Wiener Burgtheater. Sie bezog sich auf den in der Wiener Hofburg residierenden Deutschen Kaiser Franz II., der am 14.7.1792 im Frankfurter Dom gekrönt wurde. Haydn hatte mit dieser Melodie eine der schönsten Hymnen der Welt geschaffen, von der er selbst sagte:

Ich spiele das Lied an jedem Morgen
und oft habe ich Trost und Ergehung daraus genommen,
in den Tagen der Unruhe...
Mir ist herzlich wohl, wenn ich es spiele,
und noch eine Weile nachher.

13.12.1797: Heinrich Heine geboren. Alte Bonner und Göttinger Burschenschaft. Deutscher jüdischer Dichter.

2.4.1798: Heinrich Hoffmann von Fallersleben geboren. Göttinger und Bonner Burschenschaft. Er dichtete am 26.8.1841 das Lied der Deutschen. (Lied.De)

 

1800:

13.8.1802: Nikolaus Lenau als Nikolaus Niembsch Edler von Strehlenau geboren. Burschenschaft alte Franconia Heidelberg. Dichter.

5.10.1802: Patent des Deutschen Kaisers Franz II.: "Gegeben in Unserer Haupt- und Residenzstadt zu Wien. Richtlinien für die Deutschen (Österreich unter und ob der Ens, Schlesien, Steiermark, Kärnten, Krain, Görz), böhmischen (Böhmen, Mähren) und galizischen Erblanden."
Der in Wien residierende Deutsche Kaiser Franz II. verfügte eine Steuererhöung.

29.11.1802: Wilhelm Hauff geboren. Burschenschaft Germania Tübingen. Dichter (Das Wirtshaus im Spessart, Märchen: Zwerg Nase, Kalif Storch).

11.4.1806: Anastasius Grün geboren. Österreichischer Dichter, österreichischer Abgeordneter zur Deutschen Nationalversammlung 1848 in Frankfurt, dem ersten und einzigen aus freien demokratischen Wahlen hervorgegangenem gesamtdeutschem Parlament.

12.7.1806: Zum Rheinbund schlossen sich 16 deutsche Fürsten zusammen. Der Imperialist Napoleon als ihr Schirmherr kündigte dem Reichstag in Regensburg die Anerkennung der deutschen Verfassung auf.

6.8.1806: Ende des Heiligen Römisch - Deutschen Reiches. Napoleon Bonaparte stürzte sich bei seinen Eroberungszügen auf das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, dessen Hauptstadt ja Wien war. Er siegte in Ulm und Austerlitz, band im Rheinbund 16 deutsche Fürsten an sich und zwang den Deutschen Kaiser Franz II. den Titel und die Krone des "Römischen Reiches Deutscher Nation" niederzulegen. Ein Reich, das seit 936 bestanden hatte, zerfiel.

20.2.1810: Hinrichtung von Andreas Hofer. Der Tiroler Gastwirt hatte sich mit seinen Bauern gegen die bayrisch französische Besetzung Tirols durch die Truppen Napoleons gewandt. Er wandte sich aber auch an die Soldaten Bayerns und beschwor "seine deutschen Brüder ... gegen die Fremdherrschaft zu kämpfen", hatte aber damit keinen Erfolg, das Nationalbewußtsein war noch nicht ausgeprägt genug. (Grü)

8.6.1810: Robert Schumann geboren. Alte Leipziger Burschenschaft Markomannia. Bedeutender Komponist.

17.3.1813: Aufruf von König Friedrich Wilhelm III. "An mein Volk!", auf Grund dessen sich zahlreiche Freiwillige zu den Freicorps und zur Landwehr melden. Eine Welle der Begeisterung bringt ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl. Denn als sich die Vorherrschaft des Imperialisten Napoleon über ganz Europa ausgebreitet hatte, wurde der Kampf gegen diesen übermächtigen Gegner zur Geburtsstunde eines neuen deutschen Nationalgefühls.! (Grü)

19.3.1813: Theodor Körner, Landsmannschaft Thuringia Leipzig trägt sich in die Stammrolle des Lützowschen Freicorps ein. Seine mitreißenden patriotischen Lieder tragen viel zum kämpferischen Erfolg dieses Freicorps bei.

26.8.1813: Theodor Körner, Landsmannschaft Thuringia Leipzig im Kampf gegen den Imperialisten und Besetzer Napoleon gefallen. (Grü)

16. - 19.10.1813: Völkerschlacht bei Leipzig.

17.10.1813: Georg Büchner geboren. Burschenschaft Germania Gießen. Bedeutender Dramatiker. (Lex)

16.3.1814: Friedrich Friesen als Adjudant des Majors von Lützow gefallen. Er verfaßte 1811 zusammen mit Jahn die "Ordnung und Errichtung der Burschenschaften", worin er "einen neuen zeitgemäßen Typ von Studentenverbindungen" aufzeigt. Hier fällt zum ersten Male der Begriff Burschenschaft. (Grü)

1.11.1814: Stiftung der ersten Burschenschaft Teutonia in Halle. Wahlspruch "Freiheit, Ehre, Vaterland" und mit den drei Farben des Lützower Freikorps schwarz-rot-gold, die als Dreifarbband getragen werden.

 

1815:

1.4.1815: Otto von Bismarck geboren. Corps Hannovera Göttingen. Bedeutender preußischer Staatsmann. Nach dem deutschen Bruderkrieg Österreich - Preußen um die Vorherrschaft in Deutschland, den Österreich in der Schlacht bei Königsgrätz verlor, zeigte er sich als weitsichtiger Politiker und schloß mit Österreich einen Versöhnungsfrieden. 1871 Kanzler des neugegründeten "Zweiten Deutschen Kaiserreiches".

8.6.1815: Gründung des "Deutschen Bundes" als Abschluß des Wiener Kongresses. Nachdem es mit vereinten Kräften gelungen war, den Imperialisten Napoleon zu bezwingen, war die Neuordnung Mitteleuropas aktuell. Das Heilige Römisch-Deutsche Reich war durch die Niederlegung der Kaiserkrone durch den in Wien residierenden Deutschen Kaiser Franz II. 1806 erloschen, die Einigung der deutschen Länder war das Gebot der Stunde. Das Ergebnis der Beratungen war die Gründung des "Deutschen Bundes", der aus 38 Ländern (2 große: Österreich und Preußen sowie viele kleine) zusammengesetzt war. Verfassungsrechtliche Grundlage war die von den souveränen deutschen Fürsten (Kaiser von Österreich, König von Preußen etc.) für ihre gesamten vormals zum Heiligen Römisch-Deutschen Reich gehörigen Besitzungen.

Im § 13 wurde bestimmt: "In allen Bundesstaaten wird eine landständische Verfassung stattfinden." Diese Bestimmung wurde im Laufe der nächsten Jahre von allen Bundesmitgliedern erfüllt, mit Ausnahme von Österreich und Preußen. Der Bundestag, das Parlament dieses Staatenbundes, tagte in Frankfurt / Main, das Präsidium lag bei Österreich: Metternich wurde der Führer des Deutschen Bundes.

Die Enttäuschung über diese unbefriedigende Lösung der brennendsten staatsrechtlichen Lebensfragen Gesamtdeutschlands war riesengroß. Ganz besonders schmerzlich vermißte man jeden Ansatz zu einer Lösung für die Herbeiführung der Einheit des Deutschen Vaterlandes auf verfassungsmäßer Grundlage. Sie wurde eines der Hauptanliegen der sich jetzt bildenden Burschenschaft.

12.6.1815: Gründung der Burschenschaft zu Jena im Gasthaus zur Tanne durch freiwillige Auflösung der bisherigen Landsmannschaften. Dabei erklang auch das wunderschöne Lied "Sind wir vereint zur guten Stunde" von Ernst Moritz Arndt zum ersten Male. (Grü)

14.9.1817: Theodor Storm geboren. Burschenschaft Albertina Kiel. Dichter. (Lex)

15.10.1817: Zur Gründung der Technischen Universität Wien, damals "Polytechnisches Institut", schreibt die Wiener Zeitung: "...wird eines der größten und nützlichsten Institute Deutschlands zu sein."

18.10.1817: Das Wartburgfest. Am Jahrestag der Völkerschlacht von Leipzig, dem Beginn der Befreiung von der französischen Fremdherrschaft und der 300-Jahrfeier der Reformation, treffen sich Burschenschafter aus fast allen Universitäten auf der Wartburg bei Eisenach. Sie erarbeiten die "Grundsätze und Beschlüsse des 18. Oktober": vorbildlich demokratische Vorschläge zur politischen Neugestaltung. (Grü)

30.11.1817: Theodor Mommsen geboren. Burschenschaft Albertina Kiel. Bedeutender Gelehrter der Geschichte. Bekam für sein Werk "Römische Geschichte" den Nobelpreis für Literatur. Er war aber auch patriotischer Demokrat und arbeitete getreu dem Leitspruch seiner Burschenschaft "Liebe zum Vaterland, Begeisterung für Freiheit, Selbständigkeit und Einheit des Volkes" im Reichstag.

30.3.1818: Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren. Wingolf Bonn (Christliche burschenschaftsähnliche Studentenverbindung). Begründer der landwirschaftlichen Genossenschaften: "Raiffeisenkassa".

16.10.1818: Gründung der "Allgemeinen Deutschen Burschenschaft." Sie war die erste gesamtnationale politische Organisation in Deutschland und spielte daher bei der Durchsetzung der demokratischen und freiheitsfordernden Ziele in der Öffentlichkeit eine besondere Rolle. Einer der Gründer, Heinrich von Gagern, Heidelberger Burschenschaft, schrieb stolz an seinen Vater: "Auch wir Burschen haben jetzt einen Bundestag, der vielleicht in seiner Art mehr tut wie der Bundestag in Frankfurt."

13.7.1819: Turnvater Friedrich Ludwig Jahn wegen Verdachts des politischen Demagogentums verhaftet. Die meisten Turnplätze werden geschlossen.

20.9.1819: Karlsbader Konferenzbeschlüsse beim Deutschen Bundestag in Frankfurt am Main angenommen. Anlaß war die Ermordung des Dichters und russischen Spions August von Kotzebue, der in Schmähschriften Lügen über die Burschenschaften verbreitet hatte, durch Karl Ludwig Sand. Der wahre Grund aber waren die demokratischen und freiheitlichen Forderungen der Burschenschaften, die direkt gegen die herrschende Klasse gerichtet waren. (Grü) Die Burschenschaften wurden verboten und es wurde eine "Zentraluntersuchungskommission zur Untersuchung revolutionärer Umtriebe" angeordnet. (siehe 26.11.1819)

26.11.1819: Auflösung der Jenaischen Burschenschaft als Folge der Karlsbader Beschlüsse vom 20. Sept. 1819. Bei der Auflösung gab man sich das Versprechen, "den Comment fortzuerhalten, jedem Aufkeimen eines landsmannschaftlichen Geistes ... entgegenzuarbeiten und den Grundzügen der Burschenschaft treu zu bleiben". So blieb die Burschenschaft im Geheimen weiter bestehen. (Grü)

20.1.1820: Aushebung des Wiener burschenschaftlichen Kreises. Seit etwa 1816 vekehrte der Komponist Franz Schubert in einem burschenschaftlichen Freundeskreis, der sich aus Künstlern, Beamten und Studenten zusammensetzte und demokratisch-freiheitliche Ideen und Umgangsformen pflegte: Man hielt Kommerse in Gasthäusern der Vorstadt Landstraße ab, sang Lieder aus den Freiheitskriegen und sprach über das Wartburgfest. Am 20.1.1820 wurde dieser burschenschaftliche Kreis von der Polizei ausgehoben, die Mitglieder verhört und bestraft. In ihrem Besitz fanden sich Kommersbücher und der Spruch "Ehre, Freiheit, Vaterland" ward des öfteren vorgefunden. Diese Verbindung wurde in Anwendung der Karlsbader Beschlüsse verboten. (siehe 20.9.1819)

2.1.1820: Das Turnen wird als "staatsgefährdend" verboten. Der Gründer der Turnbewegung, Friedrich Ludwig Jahn, wurde verhaftet (und erst 1825 wieder freigelassen), denn er setzte sich mit seiner Bewegung nicht nur für körperliche Ertüchtigung ein, sondern verfolgte auch politische Ziele: Der Patriot Jahn sprach sich unter anderem für einen demokratischen Nationalstaat aus. Der "Turnvater" Jahn wurde später rehabilitiert und seine Ideen anerkannt.

4.9.1824: Anton Bruckner geboren. Akademischer Gesangsverein Wien, heute Sängerschaft Barden, Ehrenmitglied bei der ältesten CV-Verbindung Österreichs, der Austria. Komponist.

11.4.1825: Ferdinand Lassalle geboren. Burschenschaft Raczeks Breslau. Sozialdemokratischer Politiker.

16.2.1826: Joseph Viktor von Scheffel geboren. Burschenschaft Alte Allemannia Heidelberg. Schriftsteller: Der Trompeter von Säckingen.

19.11.1828: Franz Schubert gestorben. Mitglied im Wiener Burschenschaftlichen Kreis 1820.

3.1.1829: Konrad Duden geboren. Burschenschaft Alte Germania Bonn. Sprachwissenschaftler. Er setzte sich für die Vereinheitlichung der Rechtschreibung ein und schuf ein umfassendes Rechtschreibwörterbuch

2.2.1829: Alfred Brehm geboren. Corps Saxonia Jena. Naturforscher, Zoologe.

2.3.1829: Carl Schurz geboren. Burschenschaft Frankonia Bonn. Nach dem Badischen Aufstand 1849 floh er nach Amerika und verbreitete dort seine demokratischen Ideen und wurde 1877 Innenminister der USA!

26.4.1829: Theodor Billroth geboren. Akademischer Gesangsverein Wien, heute Universitätssängerschaft Barden. Bedeutender Chirurg, ab 1867 Universitätsprofessor in Wien. Bahnbrechende Operationstechniken: Magen, Kehlkopf. Entwickelte eine neue Narkoseform.

27.5.1832: Das Hambacher Fest. Dieses Fest wurde zuerst von der Regierung Bayerns verboten und erlangte durch die von den Burschenschaften ertrotzte Abhaltung ungeheure Popularität. Im Flugblatt hieß es:

"...gewidmet dem Kampfe für Abschüttelung
innerer und äußerer Gewalt,
für Erstrebung gesetzlicher Freiheit
und deutscher Nationalwürde"

Ca. 30.000 Menschen waren gekommen, auch aus Wien, eine für die damalige Zeit ungeheure Menge! Auf diesem Fest werden die bis dahin nur burschenschaftlichen Farben schwarz-rot-gold zu den deutschen Nationalfarben erhoben. Den Abschluß bildet ein nicht endendwollender Fackelzug zur Stadt:
Ein Lichtermeer der nationalen Hoffnung!

5.7.1832: Reaktion des Deutschen Bundes auf das Hambacher Fest (27.5.1832): In der Frankfurter Bundesversammlung erreicht Metternich das Verbot der Farben schwarz-rot-gold und eine Verschärfung der Unterdrückungsmaßnahmen. 10.000 Pfälzer werden zur Auswanderung getrieben, Amerikas Demokratie zieht daraus den Nutzen. Siehe 2.3.1829.

3.4.1833: Der Frankfurter Wachensturm. Tollkühner Versuch von ca. 40 Burschenschaftern, durch Handstreich die beiden Wachen in Frankfurt / Main zu stürmen. Die Burschenschaften waren die Träger der fortschrittlichen demokratischen Ideen, waren aber von der herrschenden Gewalt, dem österreichischen Staatskanzler Metternich, der ja auch Führer im Bundesparlament des Deutschen Bundes in Frankfurt / Main war, verboten worden. So entschloß sich diese Gruppe zum Widerstand.

Wo Unrecht zum Recht wird,
wird Widerstand zur Pflicht!
Doch der schon vorher von Spitzeln verratene Versuch mißlingt kläglich und gibt Metternich den Anlaß zur Verstärkung der rücksichtslosen Unterdrückungen. Viele demokratisch gesinnte Burschenschafter werden auch zum Auswandern gezwungen. Siehe 2.3.1829.

3.4.1833: Johannes Brahms geboren. Akademischer Gesangsverein Wien, heute Sängerschaft Barden.

17.3.1834: Gottlieb Daimler geboren. Corps Stauffia Stuttgart. Automobilpionier.

12.6.1834: Wiener Ministerkonferenz. Der Höhepunkt der Metternichschen Unterdrückungspolitik gegen die burschenschaftlichen Freiheitsbewegungen: strengste Zensur und verschärfte Überwachung der Universitäten. Die Werke des deutschen, jüdischen Dichters Heinrich Heine (Alte Bonner und Göttinger Burschenschaft) wurden verboten!

19.2.1837: Todestag von Georg Büchner. Burschenschaft Germania Gießen. Bedeutender Dramatiker. (Lex)

14.12.1837: Entlassung der Göttinger Sieben.

15.10.1838: Robert Schumann, Alte Leipziger Burschenschaft, in Wien eingetroffen. Er schreibt: "Dieses Wien mit seinem Stephansthurm, seinen schönen Frauen, seinem öffentlichen Gepränge, und wie es von der Donau mit unzähligen Bändern umgürtet, sich in die blühende Ebene hinstreckt, die nach und nach zu immer höherem Gebirge aufsteigt, dieses Wien mit all seinen Erinnerungen an die größten deutschen Meister, muß der Phantasie des Musikers ein fruchtbares Erdreich sein".

Schumann will hier eine Musikerzeitschrift herausgeben. Doch die Wiener Zensurbehörde lehnt dies ab, nachdem geheime Auskünfte aus Leipzig die Mitgliedschaft bei der Burschenschaft zeigten.

28.3.1840: Emin Pascha (Eduard Schnitzler) geboren. Burschenschaft der Raczeks Breslau. Arzt, Naturforscher, ägyptischer Provinzgouverneur, ermordet 1892 am Kongo.

26.8.1841: Das Lied der Deutschen von Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Göttinger und Bonner Burschenschaft, geschrieben. Es ist ein Lied der Sehnsucht nach einem einigen, freien und demokratischen Vaterland! (Lied De.)

27.11.1842: Erstes Konzert der Wiener Philharmoniker. "Am Sonntag, den 27. November 1842, um halb 2 Uhr präzis, wird das sämtliche Orchester unter der Leitung des Herrn Kapellmeisters Otto Nicolai im k. und k. großen Redoutensaale ein Philharmonisches Concert zu geben die Ehre haben." Dieses Orchester eroberte mit seinem unübertroffenem Klang die Welt.

1.2.1844: Komische Briefe des Hans Jörgel von Gumpoldskirchen über Wien und seine Tagesbegebenheiten: "Da hab'n auf'n Schottenfeld in einem Wirtshaus die täglichen Gäst sogar rote Kappeln auf, daß's glei kennbar seyn und von den Kellnern gut bedient werden!"

27.3.1845: Wilhelm Conrad Röntgen geboren. Entdecker der nach ihm benennten Röntgenstrahlen.

 

1848:

Feb. 1848: Revolution in Frankreich. Die unterdrückten deutschen Länder horchen auf. Es gärt.

6.3.1848: Mehrere Bürgerpetitionen verlangen in Wien Freiheiten, allerdings in noch recht milder Form.

9.3.1848: Der Deutsche Bund erkennt die heraufdämmernde Gefahr: Der Bundestag unter Österreichs Vorsitz erklärt in Frankfurt schwarz-rot-gold zu den Bundesfarben, doch der Beschluß wird nicht vollzogen und nicht verlautbart.

12.3.1848: Beginn der Wiener Revolution 1848. Studenten der Burschenschaften Arminia und Germania überreichen dem Österreichischen Kaiser Ferdinand eine Petition, in der sie die Freiheit der Universität und der Presse sowie ein vom Volk gewähltes Parlament (!) fordern; diese wird nicht beantwortet.

13.3.1848: Tumulte vor dem niederösterreichischen Landhaus und in den Vorstädten. Der Einsatz von Militär fordert 50 Tote. Metternich tritt zurück! Aufstellung der Nationalgarde und der Akademischen Legion unter der Führung des jüdischen Arztes Dr. Adolf Fischhof.
Siehe bei Die Revolution 1848

14.3.1848: Aufhebung der Zensur, worauf eine Flut von Schriften und Plakaten von fliegenden Händlern vertrieben wird. Bis zu diesem Tag wurden ja alle Schriften zensuriert, um die freiheitsliebenden Worte der Burschenschafter- Studenten nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Die Wiener jubeln und überreichen Kaiser Ferdinand eine schwarz-rot-goldene Fahne, die er stolz vom Balkon der Hofburg zeigt. Und das Denkmal des Deutschen Kaisers Josef II am Wiener Josefsplatz wird mit einer schwarz-rot-goldenen Schärpe und Fahne geschmückt.

16.3.1848: Fackelzug der Studenten durch die Stadt.

17.3.1848: Leichenfeiern für die "Märzgefallenen" auf dem Schmelzer Friedhof.

22.3.1848: In Ungarn wird eine freiheitliche Regierung unter Graf Lajos Batthyany gebildet.

29.3.1848: Die oberste Zensur-Hofstelle wird aufgelöst.

31.3.1848: Das neue Preßgesetz wird veröffentlicht.

2.4.1848: Aufhebung des bis dahin in Wien und im ganzen Deutschen Bund bestehenden Verbots der deutschen Farben schwarz-rot-gold durch den Bundestag in Frankfurt. Die burschenschaftliche Fahne weht von da an auch vom Turm des Wiener Stephansdomes! Auch die Karlsbader Beschlüsse vom 20.9.1819 werden aufgehoben. (Grü)

25.4.1848: Pillersdorfer Verfassung von der Regierung und nicht wie versprochen vom ständischen Zentralausschuß verkündet.

28.4.1848: Die ersten freien, demokratischen Wahlen Deutschlands zur künftigen deutschen Nationalversammlung in Frankfurt, die eine einheitliche, freiheitliche deutsche Reichsverfassung ausarbeiten soll (darin 140 Wahlmänner für Österreich). Ermöglicht durch die burschenschaftliche Revolution. Siehe 18.5.1848

5.5.1848: Zentralkomitee der Akademischen Legion, Bürger und Nationalgarde. Der "Ausschuß der Studierenden Wiens", dessen Führer der jüdische Arzt Dr. Goldmark ist, bringt die Petition der Studierenden Wiens.

9.5.1848: Die Arbeiter Wiens wurden durch die neue Wahlordnung vom Wahlrecht ausgeschlossen, worauf sich die Burschenschafter- Studenten mit den Arbeitern solidarisierten.

15.5.1848: Sturmpetition forderte die Rücknahme der Pillersdorfer Verfassung und die Einberufung eines konstituierenden Reichstages. Die Revolution bricht zum zweiten Male aus.

16.5.1848: Die Regierung mußte das Wahlrecht zurücknehmen und versprach eine neue Verfassung. Das ist der große Sieg der Revolution. Die Akademische Legion, die Studenten sind die Herren Wiens.

17.5.1848: Der Kaiser flieht nach Innsbruck.

18.5.1848: Eröffnung der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt/Main. 586 Männer aus allen deutschen Ländern kamen nach Frankfurt und zogen in die Paulskirche unter dem Vorsitz des Burschenschafters Heinrich von Gagern, Heidelberger Burschenschaft, ein.

Aus Österreich z.B: Anastasius Grün, der Dichter als Abgeordneter aus Krain/Österreich (heute Slowenien); Anton von Schmerling aus Wien. Insgesamt 190 Abgeordnete aus den Deutschen Gebieten Österreichs.

Diskutiert wurde über die künftige Form Deutschlands. Es ging unter anderem auch darum, in welcher Form Österreich in ein Deutsches Reich integriert werden sollte, da ja die Monarchie Österreich auch aus Ländern mit Mehrheiten anderer Völker bestand. Siehe 29.6.1848

26.5.1848: Die Mairevolution, der dritte Wiener Aufstand. Die Regierung verfügte die Auflösung der Akademischen Legion und die Schließung der Universität. Doch die Wiener gehen wieder "auf die Barrikaden", die sie auf dem Michaelerplatz und vor der Universität errichtet hatten. Daraufhin zog die Regierung ihren Beschluß wieder zurück.

30.5.1848: Gewährung des freien Wahlrechtes. Die alte burschenschaftliche Forderung nach freien Wahlen wird damit endlich erfüllt!

8.6.1848: Der Wiener Sicherheitsausschuß unter der Leitung des jüdischen Arztes Dr. Fischhof schickt am 8.6. im Namen der Wiener Bevölkerung eine Adresse an das Parlament zu Frankfurt: Ein großes einiges Deutschland wurde darin als heißester Wunsch, und innigster brüderlicher Anschluß als Wahlspruch ausgegeben.

11.6.1848: "Zweites Wartburgfest", eigentlich einer allgemeinen deutschen Studentenversammlung auf der Wartburg bei Eisenach. Aus Wien kamen 26 Studenten, in die Uniform der Akademischen Legion gekleidet. Hier wurden eine Reihe von Beschlüssen zur Hochschulreform gefaßt, darunter der Beschluß, an jeder Hochschule eine Studentenschaft ins Leben zu rufen, die gemeinsam einen "Gesamtausschuß aller deutschen Studenten" bilden sollten, der jährlich regelmäßig zusammenzutreten hatte. (Rev1848)

Die Beratungen und Beschlüsse dieses "Zweiten Wartburgfestes" zeigen, in welch demokratischer Weise ein alle deutschen Studenten umfassendes Parlament gehandelt hat. Die von Burschenschaftern erarbeitete Verfassung war modern, geradezu revolutionär, in der tiefsten Bedeutung dieses Wortes. Sie enthält Gedanken, die bis heute nicht verwirklicht sind!

12.6.1848: Das Hainbacher Fest. Die Wiener Burschenschaften luden die Bevölkerung zu einem "National- und Verbrüderungs- feste für alle Stände, verbunden mit einer Luther Feier" nach Hainbach im Wienerwalde, zu der mehrere Tausend Wiener kommen. (Rev1848)

17.6.1848: Österreichische Truppen unter Feldmarschall Windischgraetz gehen gegen die aufständische freiheitsfordernde tschechische Bevölkerung in Prag vor.

20.-29.6.1848: freie Wahlen in Österreich für den Reichstag.

29.6.1848: Wahl von Erzherzog Johann von Österreich zum deutschen Reichsverweser auf der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt / Main. Der Bundestag in Frankfurt wurde aufgelöst, die Regierungsgewalt lag beim Reichsverweser. Der Habsburger Erzherzog Johann, der in Süddeutschland (besonders im Herzogtum Steiermark) überaus populär und auch von den Fürsten anerkannt war, trat für die großdeutsche Lösung ein. Sein Leitspruch war:

Kein Österreich und kein Preußen,
ein einiges, freies Deutschland!

Das Parlament begann mit der Ausarbeitung von Menschen- und Bürgerrechten, die erfolgreich verabschiedet wurden. (siehe 18.5. und 20.12.1848)

1.7.1848 Uraufführung des Theaterstückes "Freiheit in Krähwinkel" von Johann Nestroy in Wien.

3.7.1848: "Die Presse". Erscheinen der ersten Ausgabe der neuen Wiener Tageszeitung, die damit direkt von der von Burschenschaftern erkämpften Pressefreiheit profitierte!

5.7.1848: Fackelzug für Erzherzog Johann und die aus Frankfurt eingetroffene Deputation.

26.7.1848: Hans Kudlich, ein schlesischer Burschenschafter (Markomannia Prag) brachte auf Grund seiner demokratischen burschenschaftlichen Gesinnung im österreichischen Reichstag den Vorschlag zur Aufhebung der Leibeigenverhältnisse ein. Er ist damit der Bauernbefreier geworden! Siehe 7.9.1848

23.8.1848: Der Vierte Wiener Aufstand. Weil den Arbeitern der Lohn gekürzt wird, kommt es im Prater zum Aufstand, an dem sich auch viele Arbeiterinnen beteiligen. In der Praterschlacht geht die Nationalgarde, nicht aber die Akademische Legion, unnötig heftig gegen die Arbeiter vor, es gibt 22 Tote.

7.9.1848: Der Reichstag in Wien beschließt die Bauernbefreiung, auf Antrag des deutschschlesischen Burschenschafters Hans Kudlich (Burschenschaft Markomannia Prag), siehe 26.7.1848. (Lex)

24.9.1848: großer Fackelzug für den Bauernbefreier Kudlich.

6.10.1848: Der Fünfte Wiener Aufstand: Die Oktoberrevolution. Ein Grenadierbataillon, das sich weigert, gegen das revolutionäre Ungarn zu marschieren und von der Nationalgarde und von Waffenstudenten der Wiener Akademischen Legion unterstützt wird, löst die Oktoberrevolution aus.

12.10.1848: Robert Blum nach Wien entsandt. Die Deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche schickt ihren Abgeordneten, den jüdischen, deutschen, demokratischen, patriotischen Burschenschafter Robert Blum (Burschenschaft Germania Leipzig) zur Überreichung einer Sympatieadresse und als moralische Unterstützung nach Wien. Siehe 9. Nov. 1848

12.10.1848: Wenzel Messenhauser Oberkommandierender der Nationalgarde.

22.10.1848: Der österreichische Reichstag wird von Wien nach Kremsier verlegt.

30.10.1848: Wien hofft verzweifelt auf die Hilfe der ungarischen Revolutionstruppen, doch diese werden bei Schwechat geschlagen. Der Dichter Moritz Hartmann schildert die letzten Stunden:

31.10.1848. Wien fällt durch die Truppen von Windischgrätz. 2000 Tote und schreckliche Verwüstungen sind die Bilanz. Windischgrätz triumphiert. Aber Grillparzer dichtet:

Wem, Windischgrätz, vergleich ich dich,
um nicht nach Bildern fern zu haschen?
Mir bist du der alte Metternich,
nur statt in Strümpfen, in Gamaschen!"

9.11.1848: Robert Blum in Brigittenau bei Wien erschossen. Er war Abgeordneter der Deutschen Nationalversammlung (Paulskirchenparlament) und als solcher nach Wien zur Unterstützung der burschenschaftlichen Aufständischen geschickt worden und trotz seiner Immunität erschossen worden! Der deutsche Jude Robert Blum war Mitglied der Burschenschaft Germania Leipzig. (Rev1848) Er starb mit den Worten:

"Ich sterbe für die teutsche Freiheit,
für welche ich gekämpft,
möge das Vaterland meiner eingedenk sein."

16.11.1848: Wenzel Messenhauser erschossen.

22.11.1848: Der österreichische Reichstag in Kremsier wird eröffnet. Eine demokratische freiheitliche Verfassung, die die Gleichberechtigung der Völker der Monarchie vorsieht (!), wird beschlossen.

November 1848: Militärische Besetzung der Universität und Umwandlung in die "Aulakaserne". Der Militärgouverneur ordnet an, daß "das Tragen von Abzeichen jeglicher Art strengstens verboten" sei und "die gänzliche Abschaffung der Burschentracht".

2.12.1848: Franz Joseph bestieg in Olmütz den österreichischen Kaiserthron und beschwor in seiner Proklamation "...daß es gelingen werde, alle Länder und Stämme der Monarchie zu einem großen Staatskörper zu vereinigen." Er erteilte damit dem deutschen demokratischen Einigungsstreben der Parlamente in Kremsier und Frankfurt eine Absage.

15.12.1848: Rücktritt des Frankfurter Ministerpräsidenten, des Österreichers R.v.Schmerling. Er sah sich von der österreichischen Regierung und vom Programm des neuen Kaisers desavouiert.

20.2.1849: In der Zeitung "Die Presse:" "In der letzten Zeit haben die Auswanderungen aus Böhmen und Wien nach Amerika sehr zugenommen." Immer mehr Bürger sind enttäuscht und haben Angst, verhaftet zu werden.

7.3.1849: Gewaltsame Auflösung des freigewählten österr. Reichstages in Kremsier. Dem neuen österreichischen Ministerpräsidenten Fürst Felix Schwarzenberg störte die demokratische "Gleichberechtigung der Völker, der Nationen".
Am selben Tag, dem 7.3.1849 wurde die "Märzverfassung oktroyiert", d.h. aufgezwungen. Zwar wurden einige der erkämpften Freiheiten und Prinzipien aufgenommen, aber praktisch durch einengende Bestimmungen wieder beschränkt. Die Pressefreiheit wurde wieder abgeschafft. Das Wahlrecht wurde durch einen Wahlzensus eingeschränkt. Die Versammlungsfreiheit wurde stark eingeschränkt.

9.3.1849: Schwarzenberg schickt der Nationalversammlung nach Frankfurt eine Note, worin er erklärte, daß er sich nicht einem von der Nationalversammlung errichteten deutschen Parlament unterwerfen werde, sondern im Gegenteil selbst die Führung in Deutschland beanspruche. Ein neues Großreich, ein neuer "Deutscher Bund", solle gegründet werden, das von einem Direktorium geführt werde.

28.3.1849: Die Deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche verabschiedete eine "Verfassung des Deutschen Reiches", die vorbildlich demokratisch war und alle geforderten Freiheiten vorsah. Die Regierungen der einzelnen Länder lehnen diese Verfassung ab und bleiben bei ihren alten. Das nimmt die Bevölkerung nicht hin und revoltiert im Mai.

5.4.1849: Wien ruft die österreichischen Abgeordneten aus der Frankfurter Nationalversammlung zurück.

28.4.1849: Der preußische König Wilhelm IV lehnte die ihm angetragene deutsche Kaiserkrone ab.

8.6.1849: Kaiserliches Dekret in Wien: 100 Mann zum persönlichen Schutz des österr. Kaisers und seiner Familie abgestellt. Der junge Kaiser hatte offenbar vor einem erneuten Ausbrechen der Revolution Angst. Diese Leibgarde entwickelte sich zur österreichischen Gendarmerie.

13.10.1849: Erlaß der neuen Disziplinarordnung für die Universitäten: § 11 spricht das Verbot von studentischen Verbindungen dezitiert aus. Für die Burschenschaften, die Träger des demokratischen deutschen Einheits- und Freiheitsgedankens waren, bedeutet dies erneute Verfolgung und Unterdrückung.

1849: Radetzky: "Österreich wird sich nicht aus Deutschland hinausdrängen lassen, dasselbe Österreich, das eine lange Reihe von Kaisern dem deutschen Thron gegeben."

31.12.1851: erließ Kaiser Franz Joseph sein Silvesterpatent, wodurch die Märzverfassung aufgehoben und der alte Absolutismus wiederhergestellt wurde.

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Version 13 -- 1.11.2012
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