Die Prinzipien der Deutschen Burschenschaft

Die Deutsche Burschenschaft ist der Dachverband von etwa 120 Burschenschaften an Universitäten der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland.

Seit ihrer Gründung 1815 setzte sie sich für die Durchsetzung demokratischer Grundrechte ein.

Die 1815 gewählten Farben der Deutschen Burschenschaft SCHWARZ - ROT - GOLD wurden die Farben des Deutschen Volkes.

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Die Gründung der Burschenschaft

Anfang des 19. Jahrhunderts begann Napoleon seine Eroberungsfeldzüge und schickte sich an, Deutschland und Europa zu erobern. Nachdem der in Wien residierende Deutsche Kaiser Franz I unter dem Zwang von Napoleon 1804 die Krone niederlegte, war Deutschland in Kleinstaaten zerrissen. Preußen, Österreich, Bayern usw. - sie alle verfolgten vor allem eigene Interessen.

Doch im Kampf gegen die Vorherrschaft Napoleons in Europa entstand ein neues Nationalgefühl, das vor allem von den Studenten an den deutschen Universitäten getragen wurde. Diese waren geprägt von den demokratischem Gedanken der französischen Revolution und der Einsicht, daß nur Wehrhaftigkeit die Überwindung des französischen Imperialismus ermöglichen würde.

So schlossen sie sich zu Wehrformationen -den Wehrschaften- zusammen, traten den Freikorps bei und leiseten Napoleon Widerstand. Aus diesem neuen Nationalgefühl und dem Wunsch nach Überwindung de Kleinstaaterei entstand die revolutionäre und fortschrittliche burschenschaftliche Bewegung.

Napoleon war hinweggefegt, Deutschland blickte gespannt nach seiner Hauptstadt Wien: Der Wiener Kongress sollte für die Neuordnung Europas sorgen. Doch der Kongress tanzte, die Lösungen waren halbherzig: Der neugeschaffene "Deutsche Bund " konnte das untergegangene Reich nicht gleichwertig ersetzen und die demokratischen Grundrechte waren kein Thema.

So erwies sich die Burschenschaft notwendiger denn je:
Der Kampf um basisdemokratische Grundrechte und Freiheit
ward auf ihre Farben geschrieben.

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Das Wartburgfest

Anläßlich des 300. Jahrestages des Thesenanschlages durch Martin Luther traf sich die Burschenschaft am 18. Oktober 1817 auf der Wartburg bei Eisenach. Dort wurden die demokratischen Grundsätze formuliert:

  • Staatliche, wirtschaftliche, kirchliche Einheit.
  • Einheitliches deutsches Recht.
  • Rede- und Pressefreiheit.
  • Versammlungsfreiheit
  • Gleichheit vor dem Gesetz.
  • Allgemeine Wehrpflicht.
  • "die christlich-deutsche Ausbildung einer jeden leiblichen und geistigen Kraft zum Dienste des Vaterlandes."
  • Diese Forderungen, die heute selbstverständlich klingen, waren damals geradezu revolutionär. Kein Wunder, daß sie von der herrschenden Aristokratie abgelehnt wurden. Die Burschenschaft jedoch ließ sich die Erkämpfung dieser Grundrechte nicht verbieten und wurde daher auch verleumdet, verfolgt und verboten.

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    Das Hambacher Fest 1832

    Trotz Verbot und Verfolgung wurde das von der Burschenschaft organisierte "Hambacher Fest" ein ungeheurer Erfolg. Mit etwa 30.000 Teilnehmern (in der damaligen Zeit, ohne Medienunterstützung!) wurde es ein Volksfest, die bis dahin nur burschenschaftlichen Farben schwarz - rot - gold wurden zu den deutschen Nationalfarben erhoben.
    Der Fackelzug von 30.000 Menschen bildete ein

    Lichtermeer der nationalen Hoffnung!

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    Die Revolution 1848
    und die Deutsche Nationalversammlung in Frankfurt am Main

    Auslösende Momente der Revolution 1848 waren nicht nur wirschaftliche und soziale Momente (Hungersnöte infolge Mißernten, wenige und schlechte Wohnungen, harte Arbeit - karger Lohn, Frohndienste der Bauern ...), sondern auch politische und nationale Komponenten: Die von den Burschenschaften verkündeten demokratischen Grundrechte wurden trotz den Unterdrückungsmaßnahmen der Regierung Metternichs bekannt und auch bald von Arbeitern, Bürgern und Bauern unterstützt. Und der Ruf nach einem einheitlichen Reich und geeinten Vaterland erklang genauso mächtig aus dem Volke; in Wien besonders von den Arbeitern und der jüdischen Bevölkerung.

    In Wien begann die Revolution mit der Burschenschafter - Petition, die der berühmte Funke war. Die Burschenschafter waren die tragenden Kräfte der Revolution, ihre Farben wurden die Farben der Revolution (und sind heute auf Abbildungen dieser Zeit zu sehen!)
    Die schwarz-rot-goldene Fahne wehte ab April 1848 auch vom Wiener Stephansdom!

    Der Burschenschaftliche Ruf nach einem geeinten Vaterland führte zur Einberufung der Deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main am 18. Mai 1848. Viele Mitglieder in diesem Parlament waren Burschenschafter, auch der Präsident Heinrich von Gagern.

    Und:

    Es war das einzige aus freien Wahlen hervorgegangene
    gesamtdeutsche Parlament der Geschichte!

    In Österreich fanden die demokratischen Wahlen für dieses deutsches Parlament in Frankfurt im April 1848 statt.
    Österreich entsandte 115 Abgeordnete.

    In der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche wurden die Farben schwarz-rot-gold der deutschen Burschenschaft als die Farben aller Deutschen anerkannt.

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    Die burschenschaftlichen Grundsätze

    Der burschenschaftliche Dreiklang
    Die Grundsätze der Burschenschaft finden in knapper Form ihren Ausdruck in dem Wahlspruch  EHRE - FREIHEIT - VATERLAND.
    Das sind keine nebeneinander stehenden Begriffe, sondern ein Dreiklang von Wertvorstellungen, die einen vielfachen inneren Zusammenhang haben.

    EHRE
    Ehre ist die Treue zur eigenen Persönlichkeit, die bestimmt ist durch eigene gefestigte sittliche Wertmaßstäbe, deren Konsequenz wiederum ein offenes und ehrliches Handeln ist - notfalls unter persönlichem Opfer. Ehre ist grundsätzlich auf die handelnde Person bezogen
    Die aus ehrenhaftem Handeln resultierende Selbstachtung gebietet nicht nur die Abwehr ehrverletzender Angriffe auf die eigene Person. Die Ehre und Würde anderer ebenso zu achten und zu verteidigen wie die eigene, ist für den Burschenschafter Ehrenpflicht.

    FREIHEIT
    Freiheit ist die unbegrenzte Möglichkeit, das Verhalten ausschließlich vom eigenen, unbeeinflußten Willen leiten zu lassen, ohne äußerem Zwang nachgeben zu müssen.
    Burschenschafter treten für die größtmögliche Verwirklichung der Freiheit des einzelnen in der Gemeinschaft und durch die Gemeinschaft ein.
    Der Staat muß vom Miteinander der Bürger leben, die den Staat als demokratische Gemeinschaftsaufgabe einer Nation betrachten, in welcher jeder seinen angemessenen Platz und Freiraum hat. Die Freiheit des gemeinsamen Staatswesens ist als Schutz und Rahmen der Freiheit des einzelnen zu begreifen.
    Die Freiheit nach innen und nach außen zu bewahren, ist eine der wesentlichen politischen Aufgaben, die sich die Burschenschaft gestellt hat. Persönliche und nationale Freiheit können nicht ohne die Freiheit des Geistes sowie die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Denkens erreicht und dauerhaft bewahrt werden. Freiheit ist nie endgültig. Der Verlust kommt nicht selten auf leisen Sohlen durch schleichende Bewußtseinsänderung.

    Freiheit ist nicht bindungslose Beliebigkeit des Tuns,
    sondern Pflichterfüllung am Gemeinwesen in freier Verantwortung!

    VATERLAND
    Vaterland ist im engeren Sinn das Land der Väter, die angestammte Heimat der Vorfahren, die zu bewahren und bei Gefahr zu verteidigen nicht nur die moralische Pflicht, sondern auch das vitale Interesse der lebenden Generation ist. Das gilt für alle Völker, solange sie sich nicht selbst aufgeben.
    Im weiteren Sinne ist das Vaterland die politische Heimat des auf diesem Boden wohnenden Volkes, welches durch Abstammung, Sprache und kulturelle Identität auch im Rahmen eines größeren Kulturkreises besondere Gemeinsamkeiten aufweist.

    Für die Deutsche Burschenschaft gilt:
    Unser Vaterland ist die angestammte kulturelle und geistige Heimat aller Deutschen, unabhängig von staatlichen Grenzen. Das Vaterland und seine kulturelle Identität auf der Basis des Selbstbestimmungsrechtes der Völker zu bewahren, lebendig zu erhalten und zu schützen, ist Pflicht jedes Deutschen.

    Nur wer sein eigenes Volk liebt,
    kann andere Völker achten.

    Ein Mensch ohne Bindung an sein Volk, seine Herkunft und Heimat
    ist wie ein Baum ohne Wurzeln.
    Seine Spur wird verwehen.

    Wir Aldanen lieben unser Volk und wir achten andere Völker,
    wie die in Österreich lebenden Teile anderer Völker,
    etwa die Slowenen in Kärnten oder die Kroaten im Burgenland.

    Wir hassen keine anderen Völker, nur weil sie andere Völker sind !
    Der Vorwurf des Rassismus geht ins Leere !
    Er ist nichts als boshafte und unanständige Unterstellung !

    .

    Wir sind nicht naiv
    Wir Burschenschafter wissen, daß noch so ehrlich gemeinte Ideale durch Übertreibung ins Gegenteil verkehrt werden können.